FACHZENTRUM FÜR HALS-NASEN-OHRENHEILKUNDE
Leistungsspektrum

Tamponadefreie Operationen der inneren und äußeren Nase und –Nebenhöhlen

Nasentamponaden werden vor allem zur Blutstillung am Ende einer Operation der Nase- bzw. Nasennebenhöhlen eingesetzt. Meistens kommen je Nasenseite ein bis zwei "Fingerlingtamponaden", von einer Kunststoffhülle ummantelte, etwa daumengroße Schaumstoffteile, zum Einsatz. Typischerweise werden die Tamponaden nach 1-3 Tagen wieder herausgezogen, was häufig als sehr schmerzhaft empfunden wird. Nach der Entlastung des Gewebes von den Tamponaden kommt auch regelmäßig eine mehr oder weniger kurze, gelegentliche auch kräftige Blutung vor.

Die Operation ohne Tamponaden zu beenden erfordert eine Vielzahl an Maßnahmen in der Vorbereitung, während und am Ende einer Operation. Nicht zuletzt ist auch der Zeitaufwand etwas größer, weil die Blutungsstillung nicht der Tamponade überlassen werden kann. Der Operateur profitiert allerdings von den besseren Sichtverhältnissen in der Operation, der Patient wacht leichter aus der Operation auf, Abwehrreaktionen nach dem Abklingen der Narkose bleiben erspart (stellen Sie sich vor, Ihnen würde im Schlaf jemand die Nase zuhalten!).

Nach der Operation ist eine Nasenatmung möglich. Schmerzmittel werden nur sehr selten angefordert - Patienten mit Tamponaden brauchen hingegen in der Zeit der Tamponade und vor allem vor deren Entfernung eine Schmerzmedikation.

Ein weiterer Vorteil ist die Möglichkeit die Nasenpflege unmittelbar nach der Operation zu beginnen. Salben und Sprays und Nasenspülungen lassen sich, sobald die Narkose ausgeschlafen ist, anwenden. Dadurch wird auch die Infektionsgefahr gemindert. Durch den Fremdkörper der Tamponade in der Nase wird bei dieser Technik häufiger ein Antibiotikum notwendig. Bei tamponadefreier Operation kann auf Antibiotika meistens verzichtet werden.

Prof. Wolf und Dr. Merz hören besonders auf die Erfahrungen der Patienten, die sich andernorts einer Voroperation mit Nasentamponade unterzogen und hier eine Revisionsoperation ohne Tamponaden bekamen: Der Vergleich fällt eindeutig für den Tamponadeverzicht aus. Kein Patient hätte bei freier Wahl die Nasentamponade gewählt.

Komplikationen, vor allem Nachblutungen, kommen dabei nur äußerst selten vor. Es kann für 1, selten 2 Tage noch etwas Blut aus der Nase sickern, vor allem, wenn man sich abrupt aufrichtet, was aber gut toleriert wird. Aktuell liegt das Risiko für stärkere Blutungen etwa bei 1:500. Tamponaden kommen nur in seltenen Fällen, wie  beispielsweise Entgleisung des Blutdrucks oder seltenen Blutgerinnungsstörungen, die in der Laboruntersuchung nicht auffallen, zum Einsatz.